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Drachenboot fahren.

Allgemeines

Boote und Ausrüstung

Wettkampfregeln

Organisation

Geschichte des Drachenboot fahren

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Allgemeines

Das Drachenboot fahren ist  eine dem Kanu- und Rudersport verwandte Mannschaftssportart. Bis zu zwanzig  Paddler bewegen mit Stechpaddeln ein zwölfeinhalb Meter langes Boot vorwärts.  Vorne im Boot ist ein Trommler, der mit seinen Schlägen für einen gleichmäßigen  Takt sorgt. Im Heck gibt ein Steuermann den richtigen Kurs vor.
Spitzenteams  trainieren das ganze Jahr über mitunter mehrere Stunden täglich. Das  Trainingsprogramm umfasst neben dem Training im Boot auch allgemeines Konditions-,  Kraft- und Koordinationstraining.
Drachenbootwettkämpfe zeichnen sich dadurch  aus, das der persönliche Kontakt zwischen den Teams, Freude und Spaß am Sport  und nicht unbedingt das Ergebnis im Vordergrund steht. Das abendliche  Beisammensein ist mindestens ebenso wichtig wie der Wettkampf selbst. Das  Grundprinzip des Drachenboot fahren ist relativ einfach zu erlernen. Deshalb  gibt es neben offiziellen Meisterschaften auch zahlreiche Festivals für so  genannte Fun-Teams, die quasi ohne größeres Training ins Rennen gehen und so die  Freude am Drachenboot fahren unmittelbar erleben können. Ein Ende des Booms ist  kaum abzusehen, quasi wöchentlich gründen sich neue  Mannschaften.

Boote und Ausrüstung.

Ein Drachenboot nach Europa-Norm ist (ohne Kopf und Schwanz) 12,49 Meter lang und 1,16 Meter breit. An der Spitze ist ein nach überlieferten Motiven gefertigter Drachenkopf befestigt, das Heck bildet ein stilisierter Drachenschwanz (daher rührt der Name). Moderne Boote sind aus Kunststoff und wiegen mindestens 250 Kilogramm, klassische Bootstypen wurden aus massivem Holz gefertigt und wiegen bis zu einer Tonne.
Das Boot wird von 16-20 Paddlern, die paarweise auf Bänken neben einander sitzen, mit Stechpaddeln vorwärts getrieben. Im Bug befindet sich ein Trommler, der entgegen der Fahrtrichtung auf einem Podest sitzt und mit lauten Trommelschlägen die Paddelfrequenz vorgibt. Im Heck steht ein Steuermann, der mit einem langen Steuerpaddel die Richtung des Bootes bestimmt.
Gepaddelt wird mit zwischen 1,05 und 1,30 Meter langen Stechpaddeln aus Holz oder Kunststoff. Jeder Paddler setzt das Paddel nur auf einer Seite ins Wasser.
Die Boote werden bei Wettkämpfen in der Regel vom Veranstalter gestellt, Paddel sind meist individueller Besitz der Athleten.
 

Wettkampfregeln:

Wettkampfstrecke
Wettkämpfe werden mit mehreren Booten in einem Rennen gegeneinander durchgeführt. International übliche Wettkampfstrecken haben gerade Bahnen von 250, 500 und 1000 Meter Länge. Die Bahnen sind meistens durch Bojen markiert. Spitzenmannschaften benötigen für die 250 Meter knapp eine und für die 500 Meter knapp zwei Minuten.
Als Wettkampfstrecken finden häufig Regattastrecken Verwendung, die auch für den Ruder- oder Kanurennsport benutzt werden, da die benötigten Bahnabmessungen ähnlich sind.
Klassen
Wettkämpfe werden für "Open", Damen und "Mixed Teams", also gemischte Mannschaften (min. 8 Paddlerinnen je Boot) ausgeschrieben. In der Open-Klasse starten meistens ausschließlich Männer, allerdings sind Frauen zugelassen. Neuerdings gibt es auch Jugend-Klassen.
Wettkämpfe
Im Drachenbootsport gibt es Welt-, Europa- und Deutsche Meisterschaften sowie zahlreiche Wettkämpfe ohne Meisterschaftscharakter.
Im Jahre 1992 wurden zum ersten Mal Deutsche Meisterschaften durchgeführt, die seitdem jährlich stattfinden. Die Rennen werden über 250 und 500 Meter in den Klassen Damen, Offen (Herren) und Mixed ausgetragen. Dabei sind dürfen alle dem DDV angeschlossenen Teams mit ihren Mannschaften teilnehmen, Renngemeinschaften gibt es nicht.
Europameisterschaften für Vereinsmannschaften gibt es seit 1991, für Nationalmannschaften seit 1996. Das Wettkampfprogramm entspricht dem der deutschen Meisterschaften. Die EM werden jährlich durchgeführt.
Drachenboot-Weltmeisterschaften haben erstmalig 1995 auf dem Yangtse-Kjang in China stattgefunden und werden seitdem alle zwei Jahre ausgetragen. Bei der WM 1999 in Nottingham hat es für die deutschen Teams vier Goldmedaillen gegeben.
Drachenboot ist außerdem im Programm der World Games, den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten, enthalten.
Überall sehr verbreitet sind Drachenboot-Festivals, die stets große Zuschauermassen in ihren Bann ziehen. Wettkampfklassen- und Strecken variieren stark, viele Festivals haben keine formalen Teilnahmebeschränkungen und sind offen für jedermann.

Organisation.

National
Im Deutschen Sportbund ist der Drachenbootsport durch den Deutschen Kanu-Verband vertreten. Fast alle deutsche Drachenbootteams sind Abteilungen in Kanu-Vereinen.
Die meisten deutschen Teams sind im "Deutschen Drachenboot-Verband e.V." (DDV) zusammengeschlossen, der 1989 gegründet wurde. Der DDV hat seinen Sitz in Hamburg und veranstaltet seit 1992 jährlich Deutsche Meisterschaften. Alle offiziellen Wettkämpfe finden nach den Wettkampfregeln des DDV statt.
Derzeit finden Gespräche zwischen den beiden Verbänden über eine mögliche Zusammenarbeit statt.

International
Auf europäischer Ebene gibt es die "European Dragon Boat Federation" (EDBF). Die EDBF ist alljährlich Veranstalter der Europameisterschaften. Daneben gibt es den Drachenboot-Weltverband "International Dragon Boat Federation" (IDBF), die alle zwei Jahre Weltmeisterschaften veranstaltet.
Darüber hinaus zählt der Drachenbootsport zu den Disziplinen innerhalb des Welt-Kanuverbandes ICF.
 

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